Mit schöpferischer Arbeit hat es eine eigene Bewandtnis. Seiner Natur nach hat kreatives Tun einen doppelten Charakter, der sich im Spannungsfeld zwischen Beruf und Berufung beweisen muss: Schöpferisch tätig sein zu können, ist unbestreitbar eine Gabe, über die nicht jeder verfügt, es ist Glück und innere Notwendigkeit. Andererseits muss der Künstler damit auch seinen Lebensunterhalt bestreiten. In dieser Hinsicht stellt das Leben mit und von der Kreativität die Mehrheit der Künstlerinnen und Künstler vor große, teils existenzielle Schwierigkeiten.

Das Projekt WERT DER KREATIVITÄT wurde vom Verband Bildender Künstler Thüringen (VBKTh) 2012 ins Leben gerufen, um das öffentliche Bewusstsein für diese besondere Problemlage zu schaffen und zu schärfen, denn Kunst wird zwar allseits als Bereicherung geschätzt, doch selten honoriert.

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"Wert der Kreativität" ist der Obertitel einer Reihe geworden. Die jährlichen Aktionen stehen unter speziellem Fokus mit Untertiteln.
Nach der ersten erfolgreichen Aktion „Rechnung für künstlerische Leistungen“ (2012) zeigten wir mit „Macht! Kunst!“ (2013) eine weitere aussagekräftige Ausstellung von fünfzig künstlerischen Positionen (bis Anfang 2014 im Thüringer Landtag). Das dritte Ausstellungsprojekt in der Reihe wendete sich unter dem Titel „KAUFMUT: Käufer | Künstler“, gezeigt als Sonderausstellung im Rahmen der "artthuer - Kunstmesse Thüringen" 2014, speziell den Kunstkaufenden zu.

Unter dem Titel „Kunst bewegt Thüringen“ wurde 2015 ein neues Format aufgelegt mit der Fragestellung: Wo und wie wird sichtbar, dass die Bildende Kunst Thüringen bewegt? Sieben Einzelprojekte, die zeigten, was Bildende Kunst bewegen kann, welche Anstöße sie gibt und wie sie im Lebensumfeld der Künstlerin oder des Künstlers wirkt, ergänzten eine breit angelegte Mitgliederausstellung in der Erfurter Galerie Waidspeicher.

Fast zeitgleich zur Ernestiner-Landesaustellung fand im KunstForum Gotha 2016 die Ausstellung „Künstler, Mäzene, Sponsoren – Die Kunst und ihre Förderer“ statt, die die Aspekte von Kunstförderung in der heutigen Zeit ins Auge fasste. Am Ausstellungsort werden seither regelmäßig Projekte des VBKTh gezeigt, so auch 2017 "These - Antithese" im Rahmen von "Wert der Kreativität". Dieses Projekt, angelegt an das 500-jährige Reformationsjubiläum, wurde davor in Erfurt und danach (Februar-April 2018) in den Räumen des Museums Schloss Burgk gezeigt.

Im Jahr 2018 führte der VBKTh die Reihe mit "10 Prozent - Was bleibt?" fort, einem Symposium mit anschließender Ausstellung in der Orangerie in Gotha. Vor dem Hintergrund einer starken Diskussion um die Herausforderung von Nachlässen bzw. Vorlässen von Künstlerinnen und Künstlern gab ein Werkstatt-Symposion den Start zur sechswöchigen Ausstellung mit 25 künstlerischen Positionen zum eigenen Nachlass.

Im Jahr 2019 wurden erstmals zwei verschiedene Themen im Projekt "Wert der Kreativität" parallel präsentiert:
Ab dem 14. April 2019 fand in den Dornburger Schlössern, der Wasserburg Kapellendorf und ab 19. Mai 2019 im Deutschen Burgenmuseum auf der Veste Heldburg die dreiteilige Ausstellung "PRUNK UND PRACHT" statt. Das Projekt war eine Kooperation mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten anlässlich des 25-jährigen Gründungsjubiläums der Stiftung.
Ganz anders zeigte sich der VBKTh ab dem 23. Mai 2019 in einer Mitgliederausstellung zum Jubiläum "ANLASS BAUHAUS 100" im KunstForum Gotha.

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IM JAHR 2020 STEHT DIE REIHE "WERT DER KREATIVITÄT" GANZ IM ZEICHEN DES 30-JÄHRIGEN JUBILÄUMS DES VERBANDES BILDENDER KÜNSTLER THÜRINGEN E.V.

Die Vorbereitung der Ausschreibung zur lang geplanten Jubiläumsausstellung im Thüringer Landtag fiel genau in die Phase des „Lockdowns“ aufgrund der Corona-Pandemie.
Es lag auf der Hand, dass die Ausstellung einen Bezug zur aktuellen gesellschaftlichen Situation, aber auch zur persönlichen Situation der Künstlerinnen und Künstler haben sollte. Gerade in Krisenzeiten ist Kunst nicht überflüssig und entbehrlich; sie ist wichtiger denn je.
RESET beschreibt einen Vorgang, bei dem ein System heruntergefahren wird. Jedem RESET folgt aber auch ein NEUSTART, bestenfalls wurde das System vorher überprüft und hinterfragt, neu gestaltet und verbessert. Jede Krise birgt also zugleich die Chance auf einen Neubeginn. Sie bietet Zeit zum Innehalten und Nachdenken, Kraft und Mut für Veränderungen, um neue Wege zu beschreiten.
Die Ausstellung präsentiert auf drei Etagen Werke von insgesamt 56 Künstlerinnen und Künstlern des Verbandes, die um das Motiv des Neustarts kreisen. Sie vereint Beiträge aus den vergangenen dreißig Jahren, wobei der Schwerpunkt auf aktuellen Arbeiten liegt. Der Bezugsrahmen geht dabei weit über das Thema der Coronapandemie hinaus.

Die Themenreihe WERT DER KREATIVITÄT ist ein Projekt des Verbandes Bildender Künstler Thüringen unterstützt durch die Thüringer Staatskanzlei  ·  Seitenanfang Impressum Datenschutz