Sylvia Bohlen

Kaulsdorf-Weischwitz
www.sylvia-bohlen.de

Plastik, Grafik, Installation
Mitglied im Verband Bildender Künstler Thüringen

SEELENWEG, 1998
Raku-Keramik, Eisen
ca. 35 × 110 × 250 cm

Unmittelbar nach dem Abschluss meines vorwiegend akademisch-gegenständlich geprägten Studiums als Diplombildhauerin an der HfBK Dresden im Sommer 1989 begann sich die DDR aufzulösen. In diesem Land war ich ein Jahr als Künstlerin tätig. Ich war 24. Ich hatte genau einen Auftrag erhalten. Dann kam eine Zeit voller Euphorie und Gestaltungswillen, aber ohne einen Plan, wie es weiter geht. Anfänglich saß ich wie gelähmt in meiner Werkstatt. Ich konnte figürlich nicht ausdrücken, was so „groß“ war; mir ging so vieles durch den Kopf. Meine Formen wurden schlichter, zerstörten einander, berührten sich, hinterließen Spuren.

Seelen sind Ausdruck für etwas Unsichtbares, Unfassbares, Immaterielles, aber permanent Gegenwärtiges. Regelmäßig und wie selbstverständlich wird von ihnen gesprochen, aber nur selten gefragt, was Seelen sind. Und wenn, dann gibt es kaum eine Antwort.

In „Seelenweg“ versuche ich, der undefinierten und sehr subjektiven Betrachtung oder Beschreibung von Seelen eine Form zu geben. Die Plastiken sind Körper ohne Personifizierung, ohne Anspruch auf Antworten auf vorangegangene Fragen. Sie sollen Ausdruck für Befindlichkeiten sein, eine Kommunikation mit dem Betrachter herausfordern, dessen Seele, seine innere emotionale Schwingung ansprechen. „Es tut mir in der Seele weh“ ist eine häufige Redewendung. Ich spreche sie in Formen aus. Dabei gehe ich von meinem langjährigen Leitgedanken der Durchdringungen und der Harmonie der scheinbar unversöhnlichen Gegensätze aus.

Die Themenreihe WERT DER KREATIVITÄT ist ein Projekt des Verbandes Bildender Künstler Thüringen unterstützt durch die Thüringer Staatskanzlei  ·  Seitenanfang Impressum Datenschutz