RHYTHMISCH VON BLAU NACH ROT, 2011
Kasein / Acrylat auf Vlies
269 × 90 cm

Leben in seiner Entfaltung, ob mit oder ohne Kunst, lässt sich nicht mit einem Tastendruck anhalten oder gar löschen, um dann einen Neustart zu beginnen.

„Was ist aufgrund einer persönlichen umbruchhaften Herausforderung entstanden?“ (Frage aus dem Ausschreibungstext)

Ich gab mit 28 Jahren den Beruf des Tischlermeisters auf, um mich intensiv der Malerei zu widmen, von außen gesehen, könnte man von einem Neustart reden. Der Zerfall des dualistischen Weltbildes und die damit einhergehenden inneren Zerwürfnisse bildnerisch zu verarbeiten, hatten mich zu diesem Entschluss geführt, von einem Neustart zu reden, wäre unzutreffend.

In einer Ateliergemeinschaft mit drei Freunden waren die Bauhausmeister mit ihrer Kunst und ihren Theorien in streitbaren Auseinandersetzungen stets gegenwärtig, sie setzten die Fundamente und wiesen Wege.

Mein politisches Engagement in der Wendezeit 1989/90 und in der Folge als aktives Mitglied im Neuen Forum hatte keinen sichtbaren Einfluss auf meine künstlerischen Arbeiten. Kunst illustriert nicht das politische Tagesgeschehen, ihre Wurzeln reichen tiefer. Hans Heinz Holz bezeichnet in seinem Buch „Seins-Formen“ Bildende Kunst als „augenfällige Philosophie“.

Könnte dieses, mit der Pandemie erzwungene Innehalten zu kritischer Reflexion führen, zum Nachdenken über eine veränderte Werteordnung, die für das Leben in seiner Entfaltung förderlicher ist, dann wäre in einer zukünftigen Ausstellung die Frage nach dem Neustart noch einmal zu stellen.

Die Themenreihe WERT DER KREATIVITÄT ist ein Projekt des Verbandes Bildender Künstler Thüringen unterstützt durch die Thüringer Staatskanzlei  ·  Seitenanfang Impressum Datenschutz