Sebastian Weise

Sondershausen
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Fotografie

20 Uhr am Rondell – Sandros letzer Weg
2010 – 2012 · Auszüge aus der Fotoserie

In seiner Arbeit ist Sebastian Weise thematisch nicht festgelegt – auch medial möchte er sich nicht beschränken. Gleichwohl gilt sein künstlerisches Hauptaugenmerk der Fotografie. Mit seiner Arbeit „20 Uhr am Rondell – Sandros letzter Weg“ stellt Weise eine Fotoserie nach einer wahren Tragödie vor: Vor zwanzig Jahren verlässt der 15-jährige Sandro am Abend sein Elternhaus und kommt nicht wieder. In der Schule bekam er einen Zettel zugesteckt und will sich am Rondell bei Sondershausen mit einem Mädchen treffen. Stattdessen trifft er im Wald seine Mörder. Später beschäftigt sich der Fotograf Sebastian Weise mit Sandros letztem Weg. Mehrfach folgt er diesem mit der Kamera und sammelt dabei Augenblicke und Eindrücke, die auch Sandro begegnet sein könnten. Der Antrieb für diese Arbeit ist das Nachdenken über ein tragisches Schicksal, die Erinnerung an ein Opfer und die Mahnung vor den Auswüchsen extremistischer Ansichten. In der Ausstellung „Macht! Kunst!“ stellt Weise neben seinen Fotografien auch Publikumsreaktionen mit Auszügen aus Gästebüchern seiner Ausstellung in Sondershausen vor. Als dritter Teil wird die Gegenwehr der Stadtverwaltung anhand von Ausschnitten aus Zeitungsinterviews dargestellt. Weise möchte mit diesem scheinbar nur lokalen Skandal aufzeigen, dass die Wahrnehmung von Kunst in der Öffentlichkeit nicht grundsätzlich voraussehbar ist und dass Künstler ihr Wirkungsfeld neben aller Selbstbezogenheit auch im gesellschaftlich relevanten Spannungsraum bearbeiten müssen. Weise macht deutlich, dass Kunst Stellung beziehen muss – und dass die Kunst die Pflicht hat, diese Stellung zu vermitteln.

Die Themenreihe WERT DER KREATIVITÄT ist ein Projekt des Verbandes Bildender Künstler Thüringen unterstützt durch die Thüringer Staatskanzlei  ·  Seitenanfang Impressum Datenschutz