Marie-Luise Leonhardt-Feijen

Schlotheim
lmarieluise@yahoo.fr

Malerei, Grafik
Mitglied im Verband Bildender Künstler Thüringen

ResteEssen
2014 · ursprüngliche Originale zu Postkarten verarbeitet · 199,5 × 162,8 cm

MACHT! KUNST! ResteEssen

Bleibt nach einem üppigen Mahl etwas übrig, werden die Reste, Reste eines Festessens oder einer alltäglichen Mahlzeit, als Resteessen am folgenden Tag verzehrt. Gerade in finanziell knappen Situationen dienen Reste so als Notlösungen, die intensivere Geschmacksnoten entwickeln können, als das ursprüngliche Original. Die Reste wirft man nicht leichtfertig in den Müll, sondern richtet sie geschickt an. In ihrer Arbeit als Künstlerin entstehen bei Marie-Luise Leonhardt-Feijen ebenfalls Reste: Reste von Arbeiten, die sie verwirft, die sie nicht zeigen konnte, die die Künstlerin toll findet, sonst aber niemand, Reste von Arbeiten, die niemand überhaupt gesehen hat oder die der Selbstzensur der Künstlerin zum Opfer fielen. Auch sind es Reste von Träumen großer, nicht verwirklichter Kunstprojekte, zu deren Verwirklichung sie Macht oder Geld gebraucht hätte.

Mit ihrer Arbeit macht Leonhardt-Feijen auf das Changieren zwischen Träumen, Macht, Machtlosigkeit, Kunst und Notlösungen (ein Problem, dass auch Politikern bekannt sein sollte) aufmerksam: Versehen mit „RestFragen“ wie „ist kunst mächtig, weil verbrannt und verboten?“ – „künstler sind unberechenbar, lieber ignorieren?“ oder „politiker, künstler gemeinsam schwach, stark?“ auf der Rückseite der KunstKarten bringt die Künstlerin Ausschnitte ihrer Arbeit in den Umlauf. Leonhardt-Feijen sieht im Projekt „ResteEssen“ einen, wenn auch ganz zarten, mit vielen Knoten zusammengefügten Verbindungsstrick zu den vom Volk gewählten Vertretern im Landtag.

Die Themenreihe WERT DER KREATIVITÄT ist ein Projekt des Verbandes Bildender Künstler Thüringen unterstützt durch die Thüringer Staatskanzlei  ·  Seitenanfang Impressum Datenschutz